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SCHWANGER - DEIN KIND TRINKT MIT!

LEBENSLANGE FOLGEN DURCH ALKOHOLKONSUM

WAS IST FASD

Alkohol ist ein Zellgift, das die Plazentaschranke zwischen Mutter und ungeborenem Kind durchdringen kann. Die Schädigungen des Ungeborenen sind in Abhängigkeit von Zeitpunkt und Dosis des Alkoholkonsums vielgestaltig und häufig schwerwiegend. Alle Formen dieser vorgeburtlichen Schädigungen werden unter dem Begriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) zusammengefasst. FASD ist die häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie für extreme Verhaltensauffälligkeiten. Es entsteht ausschließlich durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft und wäre kostenlos ohne Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen zu 100% vermeidbar.

Kinder mit FASD sind für ihr gesamtes Leben geschädigt, wobei die größten Probleme oft in der Bewältigung des Alltags liegen. Ein normales Leben in der Gesellschaft ist nur den wenigsten Jugendlichen und Erwachsenen mit FASD möglich.

FASD-PRÄVENTION

Schon Jugendliche sollten umfassend über die Risiken, die Alkohol für das ungeborene Kind hat, aufgeklärt werden.

Starker Alkoholkonsum in der Schwangerschaft wird grundsätzlich als schädlich wahrgenommen, während ein Gläschen Rotwein am Feierabend oder ein „kreislaufstärkendes“ Glas Sekt als harmlos betrachtet wird. Sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachöffentlichkeit fehlt vielen die Kenntnis über die Risiken selbst geringer Alkoholmengen während der Schwangerschaft.

Um möglichen lebenslangen Schädigungen und Behinderungen durch FASD vorzubeugen, sollte während der Schwangerschaft zu hundert Prozent auf Alkohol verzichtet werden!

Da nicht abschließend geklärt ist, wann und in welchem Ausmaß Alkoholgenuss in der gesamten Schwangerschaft bleibende Schäden beim Ungeborenen auslöst, sollten GynäkologInnen, Hebammen und Beratungsstellen für Schwangere von jeglichem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft abraten. Bei einer vorliegenden Alkoholabhängigkeit der werdenden Mutter sollte eine Suchttherapie durchgeführt werden.

FASD-DIAGNOSE

Viele Eltern oder Betreuer scheuen sich davor, eine Diagnose stellen zu lassen oder den Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen, da sie Angst vor Abstempelung und Stigmatisierung haben. Eine gesicherte und fundierte Diagnose kann Eltern, Erziehern, Betreuern, Ärzten und Therapeuten jedoch helfen, die Probleme und Schwierigkeiten von Menschen mit FASD besser einzuordnen und entsprechend zu begleiten.

Mit einer gesicherten Diagnose können Hilfen, z.B. Schwerbehindertenausweis, Pflegeversicherung etc., die unter Umständen auch im Erwachsenenalter dringend notwendig sind, eher genehmigt werden. Diese Hilfen sind je nach Alter und Schweregrad der Schädigung unterschiedlich. Die Diagnose ist nicht einfach und sollte auf jeden Fall von speziell geschulten Ärzten durchgeführt werden.

Das optimale Alter für die Diagnose von FASD liegt zwischen 8 Monaten und 10 Jahren, da die charakteristischen Gesichtsmerkmale im Jugend- und Erwachsenenalter abnehmen. Neben typischen äußeren Merkmalen, kognitiven Störungen sowie Problemen in Wahrnehmung, Sprache und Motorik belasten v.a. soziale Verhaltensstörungen und emotionale Auffälligkeiten Eltern und Umfeld.

Quelle: Kurzfassung der Leitlinie „Fetales Alkoholsyndrom – Diagnostik“ von Dr. Mirjam Landgraf und Prof. Dr. Florian Heinen

FASD-Ärzte Liste. Auch als *.pdf  verfügbar.

DIAGNOSE & HILFE FÜR KINDER & JUGENDLICHE

DIAGNOSE UND HILFE ERWACHSENE

FASD-THERAPIE

Solange FASD nicht erkannt wird, sind Therapien häufig unwirksam. Es gibt keine spezifische Therapie für FASD, da es sich um alkoholbedingte Funktionsdefizite des zentralen Nervensystems handelt. FASD ist nicht heilbar!

Therapien helfen aber, das Potential, das in den Kindern steckt, zu fördern und zu unterstützen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass das Kind nicht übertherapiert wird. In der Regel kommt es im Laufe der Zeit zu einer Verbesserung, danach folgt häufig ein Stillstand. Man meint, nichts geht mehr, aber häufig geht es nach einer Zeit des Stillstandes wieder weiter nach vorne.

Therapieoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten:

  • Frühförderung
  • Heilpädagogik
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Motopädie
  • Traumatherapie
  • Musiktherapie
  • Hippotherapie
  • Kinesiologie
  • Medikamentöse Therapie, z.B. mit Methylphenidat (z.B. Ritalin, Medikenet)
  • Homöopathie
  • Ernährung
  • Soziales Kompetenztraining
  • Elterncoaching
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