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GEMEINSAM FÜR GESUNDE KINDER!

DAS NETZWERK VEREINT 15 ORGANISATIONEN UND INSTITUTATIONEN

FASD PRÄVENTION IN DER REGION

Das FASD Netzwerk Nordbayern stellt sich vor
Das FASD Netzwerk wurde im Oktober 2010 in Erlangen gegründet und ist eine informelle Vereinigung von Organisationen und Institutionen aus Nordbayern, die sich in Lehre, Forschung, Diagnostik, Therapie, Beratung und Betreuung mit Menschen beschäftigen, die an Fetalen Alkoholspektrum Störungen (FASD) leiden. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Problematik FASD in der Öffentlichkeit und insbesondere bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Schwangeren zu stärken. An den regelmäßigen Treffen, die zwei bis dreimal jährlich stattfinden, nehmen Vertreter unterschiedlicher Professionen, u.a. der Kinderund Jugendklinik (SPZ), der Psychiatrischen und psychotherapeutischen Klinik und der Frauenklinik der Universitätskliniken Erlangen teil. Beteiligt sind auch die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung, Mitarbeiterinnen der Jugendämter Erlangen, Erlangen-Höchstadt, Forchheim und Neustadt/Aisch, der Lebenshilfe und des Zentrums für selbstbestimmtes Leben, Lehrer und Erzieher sowie betroffene Familien. In einer zusätzlich gegründeten Selbsthilfegruppe tauschen sich Familien über ihre Erfahrungen, Sorgen und Probleme mit FASD Kindern aus.

Sowohl im SPZ der Kinder- und Jugendklinik als auch in der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikum Erlangen wurden in den letzten Jahren, initiiert durch das Netzwerk, Kapazitäten aufgebaut, um bei Kindern und Erwachsenen die Diagnose FASD zu stellen.

In den vergangenen Jahren wurden Fachleute vieler unterschiedlicher Institutionen zu den Netzwerktreffen eingeladen, um ihnen FASD und die damit verbundenen Probleme zu erläutern, wie z.B. die Jugendsozialarbeiter sowie Vertreter der Schulberatung, des Bezirks, der Reha-Beratung der Arbeitsagentur und des Integrationsdienstes Access, der Menschen mit Behinderung bei der Integration ins Arbeits- und Berufsleben unterstützt. Ziel ist es, dass alle Institutionen, die mit Menschen mit FASD zu tun haben, die Erkrankung und deren Folgen und Ausprägungen kennenlernen.

Präventionsarbeit in der Region
Öffentlichkeitsarbeit ist die wichtigste Aufgabe des Netzwerkes, denn laut Aussagen der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. sind die Auswirkungen des Konsums auch kleiner Mengen Alkohol in der Schwangerschaft noch immer nicht ausreichend bekannt. Zwar reduzieren die meisten Schwangeren ihren Alkoholkonsum oder trinken gar nicht mehr, aber eine zu große Zahl trinkt weiterhin Alkohol. Es bleibt daher eine dringende Aufgabe, schwangere Frauen und diejenigen, die eine Schwangerschaft planen, sowie ihre Partner so zu informieren, dass die Botschaft „kein Alkohol während der Schwangerschaft“ auch ankommt.

Ein Flyer, eine Info-Postkarte und das Plakat „Schwanger? Dein Kind trinkt mit. Alkohol. Kein Schluck. Kein Risiko.“ liegen an vielen öffentlichen Stellen und in Arztpraxen aus.

In vielen Fachvorträgen werden weitere Berufsgruppen wie Hebammen, Schulpsychologen, Sonderpädagogen, Pflegeeltern u.a. über FASD informiert. Das FASD Netzwerk hat im Großraum Erlangen eine Vielzahl an Präventions- und Aufklärungsprojekten durchgeführt, finanziert werden diese Projekte durch den gegründeten Förderverein.

2014 wurde durch das Netzwerk die Fachtagung „FASD hat viele Gesichter“ durchgeführt. Über 150 Teilnehmer konnten sich in Vorträgen und vier Workshops intensiv mit FASD auseinandersetzen. Acht Referenten gaben einen Überblick über FASD in unterschiedlichen Lebensabschnitten und stellten unterschiedliche Präventionsangebote vor.

Das Netzwerk hat folgende Projekte durchgeführt
2012 wurde vom FASD-Netzwerk Nordbayern ein Kurzfilmwettbewerb an nordbayerischen Universitäten und (Fach-)Hochschulen ausgeschrieben, dabei wurden zwei Kurzfilme zum Thema FASD prämiert.

In Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Erlangen entstand 2013 ein FASD-Schulprojekt. An drei Projekttagen setzten sich Schüler/-innen der 7. Klasse einer Erlanger Mittelschule mit diesem sehr wichtigen und oft unterschätzten Thema auseinander. Es sind dabei unter anderem sehr nachhaltige Comic-Zeichnungen entstanden, die uns inspirierten, eine Ausstellung zu konzipieren – ZERO! war geboren.

Zusammen mit den Comics der Mittelschule und der tatkräftigen Unterstützung von sechs Schülerinnen der Staatlichen Berufsfachschule für Hebammen Erlangen wurde ein aufklärendes und ästhetisches Abenteuer  eschaffen: Eine begehbare Gebärmutter informiert über die Entwicklung eines Babys in 9 Monaten Schwangerschaft sowie über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft. Mit dem Lernspiel „ZERO! Ich kenn´ mich aus?“ konnte das Wissen über Alkoholkonsum in der Schwangerschaft getestet werden. Der Prototyp wurde im Mai 2014 im Erlanger Rathaus erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mitglieder des FASD-Netzwerkes führten in den folgenden 2 Wochen eine Vielzahl von Schulklassen durch die Ausstellung. Die  Bundesdrogenbeauftragte, Frau Mortler, besuchte als Schirmherrin die Ausstellung. Ihre Begeisterung und Unterstützung führte dazu, dass die Ausstellung zu einer Wanderausstellung wurde.

Die innovative, mobile und ausleihbare Ausstellung ZERO! klärt über Prävention von zukünftigen Schäden durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf und richtet sich primär an Jugendliche und junge Erwachsene. Diese sollten sich ca. 1 Stunde Zeit nehmen, um die vielen Bilder, Filme, Texte und Informationen wahrnehmen zu können. Die Ausstellung ZERO! wurde vom FASD-Netzwerk Nordbayern in Kooperation mit der  Bugendkunstschule Erlangen entwickelt. Die Finanzierung erfolgte durch das Bundesministerium für Gesundheit. Im Zentrum der Ausstellung steht ein begehbares Kuppelzelt, das eine Gebärmutter symbolisiert. Im Innenraum werden 40 Wochen Schwangerschaft aus der Perspektive des Kindes durch Sehen, Hören und Fühlen erlebbar. In der Mitte des Raumes befindet sich u.a. eine interaktive Touchscreen-Station, mit der man in die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt eintauchen kann.

Auf der Zeltaußenhülle sind viele Situationen aus der Lebenswelt einer Schwangeren dargestellt. Die Besucher/-innen durchlaufen diese Zeit und begegnen dabei zahlreichen Situationen, die zum Alkoholkonsum verleiten. Zwischen den vielen Illustrationen stehen Kernbotschaften, in denen der Begriff FASD, dessen Entstehen und die Folgen erklärt werden. An der Touchscreen-Station 2 können die Besucher/-innen tiefer in viele Themen rund um die Schwangerschaft einsteigen.

An einer weiteren Station kommen Betroffene mit Berichten aus ihrem Alltag zu Wort. Hierdurch erhalten die Ausstellungsteilnehmer/-innen authentische Einblicke in das Leben mit FASD. Sie erfahren, welch vielfältige Probleme und Hindernisse den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien bestimmen.

Die gut verständliche Ausstellung setzt keine speziellen Vorkenntnisse voraus und ist für die Verwendung in Schulen ab der 7. Jahrgangsstufe sehr gut geeignet. Zusätzlich stehen Lehrerinnen und Lehrern ein Wissensquiz mit 16 Fragen und ein Lückentext zum Thema FASD zur Nachbereitung des Themas online oder auf CD zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.wenn-schwanger-dann-zero.de.

2016 entstand ein online Kursangebot für Lehrer/-innen im Rahmen der Lehrerfortbildung in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg. Dieses Kursangebot „Verhaltensauffälligkeiten durch Alkohol in der Schwangerschaft“, wird von der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen anerkannt. In drei Modulen wird das Thema FASD beleuchtet, Modul 1 gibt einen Überblick über die Entstehung von FASD, in Modul 2 steht die Präventionsarbeit in Schulen im Mittelpunkt und im dritten Modul werden die Verhaltensprobleme und emotionalen Schwierigkeiten von FASD-Kindern und dessen Auswirkungen auf den Schulalltag beschrieben. Lehrkräfte erhalten viele Hilfestellungen, die sich im Umgang mit FASD-Kindern in der Schule bewährt haben.

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